

Neuigkeiten von der GyroSkicam immer unter: Kategorien/GyroSkicam.
Die GyroSkicam ist eine Eigenentwicklung von mir und wurde speziell für Skirennen entwickelt. Das System wird bereits das dritte Jahr sehr erfolgreich bei diversen Ski-Weltcuprennen eingesetzt. So liefert die GyroSkicam am Lauberhornrennen jeweils eine spektakuläre Kamerafahrt. Gefahren wird die Kamera vom ehemaligen Weltcupfahrer Bruno Kernen. Die GyroSkicam war auch bei den Skiweltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen für den Worldfeed im Einsatz und bot dem Zuschauer daheim eine subjektive Kamerafahrt auf einer völlig vereisten Kandahar-Piste.
Das Geheimnis der GyroSkicam sind zwei hochwertige mechanische Kreiselstabilisatoren, die das Bild stabilisieren. Durch zwei Kreisel in 90 Grad Anordnung erreicht man eine Stabilisierung aller 3 Achsen. Das Grundprinzip ist einfach: definierte Schwungmassen werden auf 22 000 Umdrehungen/min beschleunigt. Die resultierende Trägheit der Masse hält das Gerät im Ist-Zustand und macht es unanfälliger für Vibrationen, Ruckler und Verwackler. Die Schwenkrate beträgt max. 30°/Sekunde. Schnellere Schwenk bewirken ein “Ausschlagen” der Kreisel, was ruckartige Bewegungen im Bild erzeugt. Dies wird allerdings bei der GyroSkicam in kauf genommen.
Im Rucksack befindet sich ein Inverter für die Gyros (12V auf 115V, 400Hz), der SD-Card-Flash-Bildrekorder, sowie ein Lithium-Ionen-Akku zur Stromversorgung. Auf dem Rig befindet sich ein mini-Kamerakopf von Panasonic, der mit dem passenden Rekorder ebenfalls von Panasonic im Rucksack verbunden ist (mit HD-SDI Out zur Einspielung in den Uebertragungswagen).
Warum wird dieses Kamerasystem bei Skirennen eingesetzt:
Viele der Bewegungen im Bild sind ungewollt und störend für den Bildeindruck. Das zeigt sich besonders am Horizont, bzw. an weit entfernten Objekten (z.B. Berge). Diese bewegen (wackeln) mit einer Handkamera sehr stark. Der Kamerafahrer kann dem noch so stark entgegenarbeiten, er wird es nie schaffen diese ungewollten Bewegungen wegzubekommen. Die gewollten Bewegungen hingegen erzeugen erst den Eindruck von Geschwindigkeit (z.B. vorbeiflitzende Objekte, Bewegungsunschärfe). Die mechanischen Gyros eliminieren durch die Kreiselkraft grösstenteils die ungewollten Bewegungen und helfen dem Kamerafahrer das Bild und insbesondere den Horizont ruhiger zu halten. Trotzdem, oder gerade deshalb, wirken diese Aufnahmen dynamisch, spektakulär und schnell. Durch das ruhigere Bild sind mehr Details sichtbar, was sich besonders bei grossen hochauflösenden HD-Bilder positiv auswirkt.
Zum Thema “neuartige Stabilisierungssysteme im Consumer-Markt”:
Getestet wurde die GyroSkicam auch schon mit den neuen Sony-Handycam’s mit Balanced Optical SteadyShot. Nach ersten Erkenntnissen kann damit auf die Kreisel aber nicht verzichtet werden, da das neuartige Stabilisierungssystem bei den Sony Consumer-Cam’s so starke Auslenkungen wie sie bei der GyroSkicam auftreten, nicht korrigieren kann. Die zusätzliche Wirkung auf das Bild, d.h. der Stabilisierungseffekt ist nicht sehr gross. Interessant wird zu Beobachten sein, was Sony auch im Profi-Sektor mit dieser miniaturisierten Technologie mit dem beweglichen Linsenblock in Zukunft macht (wenn überhaupt). Gegen eine professionelle Verwendung der neuen Consumer-Handycam’s auf der GyroSkicam spricht auch die HDMI-Schnittstelle, die nicht Broadcast-tauglich ist (mechanisch wie auch elektrisch). Eine HDMI-Schnittstelle würde heissen, dass das Signal durch einen HDMI-HDSDI-Wandler laufen müsste (was theoretisch natürlich möglich wäre). Zudem sind die Kameras nicht für kommerzielle und professionelle Anwendungen gemacht (Spezifikationen, rechtl. Seite). Die Entwicklungen in diesem Bereich, besonders auch bei Broadcast-Minikameras, werden natürlich bezüglich der GyroSkicam weiterhin aufmerksam verfolgt.
In diesen Gegenüberstellungen sieht man eindrücklich wie die GyroSkicam arbeitet und was sie gegenüber einer konventionellen Aufnahme mit einer Kamera in der Hand (ohne externe Kreiselstabilisierung) bewirken kann:
Die Lauberhorn-Abfahrt 2013 mit der GyroSkicam (unbearbeitetes Rohmaterial, direkt aus der Kamera. In HD und Fullscreen schauen!):

(Copyrights Bild- und Filmmaterial: tpc, SRF, Keystone)